GoPro Hero 7 im Test: Foto- und Videoqualität, Akkulaufzeit und neue Funktionen

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Fotoqualität
Videoqualität
Material
Zubehör
Preis-Leistung
Gesamtbewertung 4,9/5

Die GoPro Hero 7 kommt fast ein Jahr später nach dem der Platzhiersch die GoPro 6 letztes Jahr im Oktober offiziell vorgestellt hat. Wie ihr unserem letzten Testbericht bereits entnehmen konntet, stellte das 6er Modell die Konkurrenz in den Schatten.

Die Hero 7 Black soll durch neue intelligente Funktionen für Videoaufnahmen kein Gimbalsystem mehr benötigen um unglaublich stabile Filme in Ultra-HD mit 60 Bildern pro Sekunden zu produzieren. Wir haben das neue Flagschiff für euch auf Herz- und Nieren getestet und zeigen auf, ob sich ein Kauf wirklicht lohnt.

Foto- und Videoqualität sowie Mikrofontest

Die kleine Actionkamera schiest, genauso wie der Vorgänger, Bilder mit 12MP und bringt einen digitalen Zoom mit, der über den Touchscreen bedient werden kann. Dabei können die Bilder sowohl im platzsparenden JPG-Format als auch im RAW-Format (DNG) gespeichert werden.

Die DNG-Dateien liegen in einem meiner Meinung nach annehmbarer Qualität vor, da es weder eine Überbelichtung gibt, wie z.B. bei Fotos der Mavic 2 Pro, noch ist der Kontrast zu stark oder zu gering.

GoPro Hero 7 auf Mavic 2 Pro geschnallt

Dennoch muss an dieser Stelle gesagt werden, dass auch die Hero 7 eine Mini Cam ist die Actionszenen gestochen scharf aufnehmen soll und nicht dafür konzipiert ist extrem hochwertige Fotos zu schiesen.

Was mich wirklich positiv überrascht hat, war das interne Mikrofon, dass noch mal ein Tacken besser ist als das der Hero 6. Es gibt, sofern der Wind nicht orkanartig weht, fast kein Rauschen im Ton zu vernehmen, sodass die Actioncam ab jetzt auch gut und gerne als Selfie-Cam, ohne den Einsatz eines externen Mikrofons, geeignet ist.

Die Videoqualität ist wirklich überragend und hinsichtlich des Kontrasts und des Dynamikumfanges fast konkurrenzlos in diesem Segment. Wie ihr bei unseren Aufnahmen gesehen habt, liefert die Cam sowohl über als auch Unterwasser tolle Aufnahmen.

Die neue Bildstabilisierung ist jetzt endlich auch bei Ultra-HD mit 60 FPS verfügbar und stabilisert somit auch Videoaufnahmen in der höchsten Qualitätsstufe. Dies wird durch eine neue Funktion mit dem Namen „Hyper-Smooth“ möglich.

Außerdem unterstützt die Kamera Slow-Motionaufnahmen in Full-HD mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde, womit Videoaufnahmen um bis das 8-fache verlangsamt werden können. Es sind folgende weiteren Einstellungsmöglichkeiten (hinsichtlich der Videoauflösung) vorhanden:

  • 4k mit 60 FPS (frames per second = Bilder pro Sekunde)
  • 2,7k 120fps
  • 1440p 120fps
  • 1080p 240fps
  • 720p 240fps

Die Kamera produziert sowohl über- als auch Unterwasser kinoreife Aufnahmen. Wir haben die Hero 7 beim Schnorcheln in Kroatien als auch beim Tauchen ausprobiert. Bis 8m hielt die Actioncam ohne Gehäuse dicht, weiter wollten wir es dann doch nicht ausreizen. Inklusive Gehäuse konnten wir eine Tiefe von 40m ohne weitere Probleme erreichen (mit dem original GoPro-Gehäuse!).

Für Schnorchler kann ich einen günstigen Selfie-Stick* empfehlen, den es bereits für 10€ zu erstehen gibt. Damit könnt ihr die Kamera entspannt in der Hand halten und sogar, durch den ausfahrbaren Vorderteil des Sticks, tolle Selfies schiesen.

Hero 7 Selfie-Stick

Für alle Taucher ist es empfehlenswert eine entsprechende Unterwasserausrüstung zu erwerben. Dazu gehört nicht nur ein Unterwassergehäuse, sondern auch noch eine Vorrichtung auf der ihr die Hero 7 anbringen könnt.

Mit dem hier gezeigten Gehäuse in Verbindung mit der intelligenten neuen Bildstabiliserung können nahezu unverwackelte Aufnahmen generiert werden. Das Gehäuse gibt es hier bei Amazon zu kaufen*.

GoPro Hero 7 Unterwassergehäuse Test

Es gibt außerdem auch noch eine Taucherbrille auf der ihr die die Actioncam oben drauf anbringen könnt.

GoPro Hero 7 Taucherbrille

Dann habt ihr Unterwasser alle Hände frei und könnt euch voll und ganz aufs Tauchen konzentrieren. Hier findet ihr die Brille (ich habe bewusst diese Brille verlinkt, auch wenn diese etwas mehr kostet ist diese qualitiv deutlich besser. Ich tauch bereits seit über 12 Jahren).

Neue Funktionen: Hypersmooth, Timewarp und SuperFoto

GoPro nennt die neue Bildstabilisierungssoftware Hypersmooth, die für unverwackelte Videos in allen nur denkbaren Situationen sorgen soll.

Ich war wirklich überrascht wie gut das Bild in unserem Praxistest stabilisert wird. Egal ob wir auf einem wackeligen Hoverboard fahren, die Hero 7 auf unsere Phantom 3 Pro geschnallt haben oder einfach Videos mit einem Selfie-Stick oder aus der Hand aufnehmen, das System ist wirklich ausgereift und eine Bereicherung für diese Serie.

GoPro Hero 7 auf Phantom 3 Professionell

Natürlich kann auch die Acitoncam keine ruckartigen Bewegungen oder schnelle Richtungswechsel komplett ausgleichen, jedoch wird dies mit einem Handgimbalsystem ebenfalls schwer. Ich bin mit dem Ergebnis wirklich rundum zufrieden. Hierbei sei noch angemerkt, dass Hypersmooth nur bei einem Seitenverhältnis von 16:9 verfügbar ist.

Genauso wie die Mavic 2 Zoom (hier heißt die Funktion „Hyperlapse“) ist es mit Timewarp möglich, Zeitrafferaufnahmen zu erstellen die sehr cool aussehen. Dies ist besonders für unerfahrene Filmproduzenten ein cooles Feature durch das mit wenig Vorwissen eine coole Aufnahme produziert werden kann.

Ich finde diese neue Funktion sehr gelungen, da hierbei in kurzer Zeit ohne Videoschneideprogramm eine sehenswerte Aufnahme generiert werden kann. Weiterhin wurde die Bedienungsoberfläche überarbeitet.

Die neue Funktion „SuperFoto“ gestaltet die Fotoaufnahme noch einfacher und die Kamera hilft intuitiv dabei tolle Schnappschüsse festzuhalten. Sind die Lichtverhältnisse schlecht, schaltet die Kamera automatisch in den HDR-Modus, um kontrastreichere Aufnahmen zu erzielen. Dies funktioniert jedoch nur wenn sich die GoPro nicht in Bewegung befindet, da es sonst zu verschwommenen Fotos kommt.

Neue Usability und Livestreaming per WLAN

GoPro hat die Bedienung des kleinen Kraftprotzes nochmal komplett überarbeitet und hat sich dabei verstärkt an der Wischgestenbewegungen bei der Handhabung von Smartphones orientiert. Durch horizontales Wischen kann zwischen den verschiedenen Modi Foto, Video oder Zeitraffer gewechselt werden. Dies funktioniert sehr gut und schnell ohne jegliche Verzögerung.

Durch eine neue Funktion lassen sich Videoclips direkt von Anfang an auf eine Zeit von 15 bis 30 Sekunden begrenzen und sind damit perfekt geeignet um diese in sozialen Netzwerken, als Kurzfilm, zu teilen.

Das Livestreaming überträgt die Videobilder entweder direkt per WLAN oder auf das Smartphone. Vorerst wird nur Facebook unterstützt, jedoch werden Youtube und Instagram zeitnah, wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres, folgen.

Eine weitere Veränderung besteht darin, dass das Menü der Hero 7 sich bei Neigung in die Senkrechte ebenfalls dreht, statt seitwärts gekippt zu bleiben. Auch wenn dieser kleiner Unterschied irrelevant erscheint, musste ich bei meinem Praxistest feststellen, dass es sehr angenehm ist und die Benutzerfreundlichkeit deutlich erhöht.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Je nachdem in welcher Auflösung ihr filmt, hält der Akku unterschiedlich lang. In der höchsten Auflösung bei 4k mit 60 Bildern pro Sekunde konnten wir eine Filmzeit, unter Verwendung von Hypersmooth, knapp 45 Minuten erreichen.

Bei Full-HD hingegen wird die Hardware der Hero 7 weniger beansprucht und schafft locker 110 bis 120 Minuten. Die Akkus können ausgetauscht werden. Außerdem passen Akkus aus der GoPro 5 und 6 in das Modell.

Die Ladezeit beträgt mit meinem normalen Handyladegerät, das ich ebenfalls für mein Honor 10 nutze (OUTPUT: 5V=2A OR 4,5V=5A OR 5V=4,5A), knapp 40 Minuten. Ich besitze noch von der Hero 6 und 5 eine Ladestation in der gleich mehrere Akkus geladen werden können.

Hero 7 Ladegerät Ladezeittest

Fazit zum neuen Flagschiff

Ob sich der Umstieg auf die neue GoPro 7 von einem älteren Modell lohnt ist schwer zu sagen. Sofern ihr 4k Aufnahmen mit 60 FPS stabilisert filmen wollt, dann solltet ihr auf jeden Fall zugreifen.

Hierbei gilt es zu bedenken, dass Videos dieser Qualität viel Speicherplatzbenötigen und bei der Nachbearbeitung einen ebenso leistungsstarken PC voraussetzen. Für alle anderen Vorgängermodelle oder Interessenten die noch keine Actioncam besitzen ist, sofern es das Budget hergibt, die Hero 7 die richtige Wahl. Der Preis bleibt unverändert bei 429€.

Das kleine Kraftpaket überzeugt nicht nur bei den Foto- und Videoaufnahmen, sondern auch mit den neuen intelligenten Funktionen. Die Bildstabiliserung ist Weltklasse und Timewarp bietet neue Möglichkeiten für bisher ungeahnte Aufnahmen. Ich kann die Hero 7 Black rundum empfehlen.

–> Hier findet ihr einen guten Preis für das Modell*

Neben der Hero 7 kommt ebenfalls die etwas leistungsschwächeren Hero 7 Silver und Hero 7 White auf den Markt. Beide Modelle besitzen kein Schwarz-Weiß-Display an der Vorderseite.

Das Silver-Modell kann Videoaufnahmen in Ultra-HD mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, genauso wie die GoPro Hero 5, aufnehmen. Die Hero 7 White hingegen beschränkt sich auf Full-HD mit 60 FPS. Beide Mini-Cams besitzen „nur“ eine elektronische Bildstabilisierung und nicht den Hypesmooth-Modi der Hero 7 Black.

Leider können bei diesen Modelle die Akkus nicht ausgetauscht werden, sodass immer nur eine Akkuladung Zeit für Foto- und Videoaufnahmen besteht. Ich verstehe leider überhaupt nicht, warum GoPro diesen Schritt gegangen ist. Für mich sind daher diese beiden Modelle Hero 7 White und Silver nicht empfehlenswert. Dabei würde ich lieber auf eine Hero 5 oder Hero 3 Silver Plus zurückgreifen.

Falls ihr Fragen zu einem der Modelle habt, nutzt einfach die Kommentarfunktion am Ende der Seite, ich helfe euch gerne weiter!

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